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  Wieder Neonazi-Treffen in Marchtrenk

Der neonazistische "Bund freier Jugend" (BfJ) lädt in einer Aussendung für Freitag, 12. Mai neuerlich zu einem "Vortrag" nach Marchtrenk.
Als Veranstaltungsort soll einmal mehr der Gasthof Roitmeier in der Welser Straße dienen, in dem in der Vergangenheit bereits einschlägige
Veranstaltungen stattgefunden haben. Nach einem offenen Brief, den wir und die KPÖ OÖ an den Marchtrenker Bürgermeister geschickt haben,
kam es Anfang März zu Gesprächen mit dem Wirt des Gasthofes. Roitmeier meinte diesbezüglich zur Welser Rundschau: „Wir lassen nur mehr
eine Veranstaltung dieser Gruppe zu und nehmen sie dann nimmer. Politisch haben wir damit nix am Hut. Es war immer bloß ein Geschäft." Schlimm
genug, dass man – wohlwissend, um wen es sich dabei handelt – diesen Personen nochmal einen Platz geboten hat, an dem sie ihre Hasstiraden
verbreiten konnten. Nach nur zwei Monaten hat der Wirt Rainer Roitmeier scheinbar völlig vergessen, was er gegenüber der Zeitung geäußert hat.

Thema der Veranstaltung am Freitag, die konspirativ organisiert und beworben wurde, soll das "Leben und Fühlen volkstreuer Jugend" sein.
Auch deutsche Neonazis kommen – wie auch eine Demonstration des BFJ unter Beteiligung einiger deutscher Teilnehmer am 18. März in Ried
zeigte - in den vergangenen Jahren vermehrt nach Oberösterreich, das als "sicheres Rückzugsgebiet" gilt. Und tatsächlich: Viele Veranstaltungen etwa
des BFJ können – wie die Demo in Ried – völlig ungehindert über die Bühne gehen.

Der Kulturverein Infoladen Wels, der die Aktivitäten des BFJ schon seit
  Jahren beobachtet, fordert ein Verbot neonazistischer Vorträge und Aufmärsche.
"Es kann nicht sein, dass sich braune Ideologen und Nachwuchskader - mitunter aus halb Europa - ungestört treffen können. Politik und Polizei sind lange
genug untätig gewesen und haben dieses Problem verharmlost und beschönigt“, so ein Sprecher des Infoladens.

Eine weitere Veranstaltung hat der BfJ für 23. Juni im Gasthaus Fischerhäusl in Linz angekündigt.


Weiterführende Links:
Gutachten über BFJ und die Mutterorganisation „Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik“: http://www.doew.at/projekte/rechts/organisation/afp_gutacht.html
Presseaussendung des Infoladen Wels: Neonazistische Demonstration in Ried. http://www.infoladen-wels.at/print/aktuelles/mehr.php?no=27
Offener Brief des Infoladen Wels und der KPÖ OÖ an den Marchtrenker Bürgermeister Fritz Kaspar: http://www.infoladen-wels.at/print/aktuelles/mehr.php?no=26

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UPDATE: 26. Mai 2005: Die BFJ-Veranstaltung in Marchtrenk wurde nach medialem und politischen Druck abgesagt. Die Veranstaltung im Gasthaus Fischerhäusl wurde ebenfalls storniert. Der Wirt hat sich in einer Presseaussendung klar vom BFJ und dessen Veranstaltung distanziert. Die Reservierung erfolgte, ohne dass der Wirt wusste, um wen es sich dabei handelte. Eine für den 27. Mai in Ried/Innkreis vom Welser Rechtsextremisten Ludwig Reinthaler angemeldete Kundgebung am Stelzhamerplatz in Ried/Innkreis, die sich erneut gegen Immigration wenden sollte, wurde von den Behörden untersagt, ebenso wie eine antifaschistische Gegenkundgebung der Sozialisten Linkspartei.